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Gedanken zu Weihnachten

23.12.2021, 10:17 Uhr

Sehr geehrte Familien,

anbei finden Sie ein paar Gedanken zu Weihnachten.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein gesegntes Weihnachtsfest.

 

Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!                                                                                                                                                                                                     (Lk 2, 10-14)

Vertraute Worte, die ich wieder ganz neu höre - sie gelten mir!

Fürchtet euch nicht!

Es ist die häufigste Aufforderung in der Bibel. Menschen hatten zu allen Zeiten Grund, sich zu fürchten, so wie auch uns in diesen Tagen so manches Angst macht: Die Pandemie. Die damit verbundene Spaltung in unserem Land, die immer gewalttätigere Konflikte mit sich bringt… Doch Angst ist nie ein guter Ratgeber. Wo Angst herrscht, da wird es eng, starr, still oder viel zu laut. Da ist es gut, sich zu erinnern: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Tim 1,7)

Euch ist heute der Heiland geboren!

Es gibt Heilung!

Das erfahren die Hirten in dieser Nacht am eigenen Leib.

Die Hirten, die ewig Ausgestoßenen, die, die niemand im Haus haben will, denen nachgesagt wird, dass sie dreckig seien und nicht gerade gut riechen würden, werden zu geladenen Gästen. Gottes himmlischer Hofstaat persönlich, die Engel, kommen zu ihnen draußen auf den Feldern und laden sie ein. Und sie sind die Ersten, die eintreten, vor allen anderen. In dieser Nacht haben sie eine Form von Würde erfahren, die ihnen niemand mehr nehmen kann.

Es gibt Heilung!

Das erleben die Weisen aus dem Morgenland.

Sie nehmen eine lange, gefährliche Reise voller Strapazen auf sich, denn die Sterne machen ihnen deutlich: Das wichtigste Ereignis aller Zeiten geschieht jetzt. Sie machen sich auf den Weg und bringen ihr Weltbild, ihre Erfahrungen mit, die sie zunächst an den falschen Ort führen. Sie suchen den König im Palast in Jerusalem, was ja naheliegend ist, aber sie finden ihn nicht. Und doch gehen sie weiter. Als sie da sind im Stall bei dem kleinen Kind in der Krippe, sind sie angekommen - endlich. In diesem Moment haben sie alles gefunden, was sie jemals gesucht haben. Sie übergeben ihre Geschenke, fallen vor dem Kind nieder, beten es an und dann gehen sie. Nichts anderes mehr ist wichtig. Über ihren Rückweg nach Hause erfahren wir nichts oder darüber, was aus ihnen geworden ist, weil es keine Rolle spielt. Sie haben den Heiland gesehen.

Es gibt Heilung!

Auch für Maria. Ihr ganzes Leben ist durcheinandergewirbelt. Sie ist selbst fast noch ein Kind, schwanger, noch nicht verheiratet. Beinahe hätte ihr Verlobter sie verlassen, aus gutem Grund. Kurz vor der Geburt muss sie ihre vertraute Umgebung verlassen, ohne zu wissen, dass sie nicht so schnell wieder nach Hause kommen wird. In einem Stall bringt sie ohne große Unterstützung, außer von Josef, ihr erstes Kind zur Welt, vielleicht überwältigt von den Schmerzen, von der ganzen Situation. Wahrscheinlich ist nichts wirklich so, wie sie es erwartet hat, wie sie sich ihr Leben vorgestellt hat. Doch dann ist alles anders. Menschen kommen von überall her, um ihr Kind zu sehen. Sie sprechen Worte vom Heiland der Welt und dann heißt es: „Und Maria bewegte alle diese Worte in ihrem Herzen.“

Es gibt Heilung! Auch für mich.

 

Und die Engel sangen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!

Jeder, der in dieser Nacht den Stall von Bethlehem wieder verlässt, trägt den Frieden im Herzen. Dieser Friede ist so viel mehr als die Abwesenheit von Gewalt. Ich kenne es gut, Unfrieden im Herzen zu tragen, zu spüren: Diese Sorge müsste ich noch los werden, dieser Wunsch müsste noch erfüllt werden, damit es friedlich wird in mir. Wer in dieser Nacht im Stall war, der weiß: Nichts fehlt mehr. Ich habe alles erfahren und gesehen, was wirklich wichtig ist. Heute ist mir alles geschenkt worden, damit ich wirklich Frieden im Herzen haben kann, habe wirklich erlebt, was heil-sein bedeutet. Sie haben erlebt: Ich habe alles, was zählt.

Eigentlich hat sich an den Umständen nichts geändert. Die Hirten bleiben Hirten. Die Weisen müssen eine lange Rückreise antreten in eine Welt, in der wohl niemand verstehen wird, was sie erlebt haben. Maria und Josef können noch lange gar nicht nach Hause. Sie können nicht zurück nach Nazareth, wo ihnen alles vertraut ist. Sie müssen fliehen in die Fremde, weil ihr Kind durch einen mörderischen König bedroht wird.

In dieser Nacht hat jeder die Kraft gefunden, zu tragen, was vor ihm liegt. Sie haben etwas gesehen und erlebt, was so viel mehr wiegt, als alle Strapazen, die vor ihnen liegen. Sie haben gesehen und erlebt, was sie im Frieden ziehen lässt.

Fürchtet euch nicht! Euch ist heute der Heiland geboren. Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Gesegnete Weihnachten!

Rebekka Langpape 

 

 

 

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