Evangelische Kindertagesstätten in Mannheim Evangelisch Kirche in Mannheim

Orientierungsplan

Seit 2007 wird der „Orientierungsplan für die Bildung und Erziehung für die baden-württembergischen Kindergärten“ in den evangelischen Tageseinrichtungen für Kinder umgesetzt. Der Orientierungsplan gilt seit 2009/2010 für alle evangelischen Kindertagesstätten in Mannheim verbindlich.

Im Mittelpunkt des Orientierungsplans steht die Kindzentrierung. Die Kindzentrierung stellt kein eigenständiges pädagogisches Konzept dar, sondern vielmehr eine Haltung der Erzieherin und des Erziehers, die mit jedem der heutigen pädagogischen Konzepte (z.B. Montessori, Situationsansatz) verknüpft werden kann. Im kindzentrierten Arbeiten werden Kinder in ihren individuellen Stärken wahrgenommen und Themen der Kinder identifiziert. Im nächsten Schritt werden anhand dieser Beobachtungen kleinere Gruppen gebildet, die das Lernen von Kindern als „Ko- Konstrukteure” voneinander erleichtern. Zusätzlich finden natürlich auch weiterhin Zeiten mit der gesamten bzw. einer großen Gruppe von Kindern ihren Platz, z. B. in Kinderkonferenzen.

Durch Beobachten, Dokumentieren, gemeinsames Reflektieren und das Ausarbeiten dazu passender pädagogischer Angebote sorgen ErzieherInnen dafür, dass jedes Kind ganzheitlich gefördert und gefordert wird. Dies setzt eine (neue Art an) Flexibilität in der Arbeit voraus - und nicht zuletzt, sich auf die Denkweise des Kindes einzulassen und seine Wahrheit als eine von vielen Wahrheiten zu akzeptieren. Es geht in der Kindzentrierung nicht um defizitorientiertes, sondern immer um ressourcenorientiertes Arbeiten.

Umsetzung in die Praxis:

Kindzentriertes Arbeiten lässt sich nur mittels intensiver und dauerhafter Beobachtung und Dokumentation umsetzen: Nur wenn die ErzieherInnnen sich regelmäßig gezielt mit einem Kind beschäftigen, können sie relativ objektiv feststellen, mit welchen Themen es sich gerade befasst bzw. welche Stärken bei ihm vorhanden sind - und es entsprechend fördern und fordern.

Der Orientierungsplan des Landes Baden- Württemberg schreibt über die Kindzentrierung hinaus noch einige weitere Kriterien verbindlich für Einrichtungen und Träger vor, insbesondere:

  • systematische schriftliche Beobachtung und Dokumentation
  • Entwicklungstagebücher oder Portfolios
  • jährlich mindestens ein strukturiertes Elterngespräch über die Entwicklung des Kindes
  • mindestens ein jährliches Elterngespräch über die Umsetzungsschritte des Orientierungsplans
  • evtl. Einleitung nötiger diagnostischer Schritte in Absprache mit den Eltern, um spezielle Fördermaßnahmen durchführen zu können.

Diese Anforderungen stellen einen verbindlichen Mindeststandard dar, lassen aber gleichzeitig auch Spielräume offen, um die Besonderheiten jeder unserer Einrichtungen beizubehalten und weiter auszubauen.

Weitere Informationen und Materialien zum „Orientierungsplan für die Bildung und Erziehung für die baden-württembergischen Kindergärten“ erhalten Sie unter folgenden Link:

http://www.kindergaerten-bw.de/,Lde/Startseite/Fruehe+Bildung/Material_Orientierungsplan