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„Ein Traum ist wahr geworden“

Eltern-Kind-Zentrum Kieselgrund: Kita-Kinder auf der Hochstätt haben das neue Außengelände mitentwickelt, Stadt Mannheim und Spender*innen ermöglichen das 150.000-Euro-Projekt

08.06.2021, 11:26 Uhr

(27.05.2021, Mannheim) Vor zwei Jahren wurde das evangelische Eltern-Kind-Zentrum (ElKiZ) Kieselgrund bei dem bundesweiten Wettbewerb „Kita des Jahres“ mit dem 2. Platz ausgezeichnet. Mit dem Preisgeld, dem Zuschuss der Stadt Mannheim, Eigenmitteln der Evangelischen Kirche Mannheim und vielen Spenden konnte nun der Traum eines neuen Außengeländes realisiert werden.

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro bildete den Grundstock des neuen Außengeländes, dessen Neugestaltung ein schon länger gehegter Traum des Teams war. „Wenn man fest daran glaubt und tolle Mitstreiter*innen hat, dann können auch Utopien Realität werden“, freut sich ElKiZ-Leiterin Claudia Hauschild. „Unsere Kinder haben jetzt ein großartiges Spielgelände. Und sie haben erlebt, dass es sich lohnt mitzudenken und mitzubestimmen.“ Sie schaut auf das Gelände, auf dem schöne, aus Holz gearbeitete Spielgeräte und Häuschen stehen. Der Renner bei den Kindern sind das Klettergerüst, eine Kiosk-Hütte mit Herd und Motivzaun sowie die Matschecke. All das sind konkret umgesetzte Wünsche der Kinder, die sie in einem Planungsworkshop genannt hatten.

Ein auf die Bedarfe der Kinder angepasstes Außengelände ist in Kitas sehr wichtig, denn pädagogische Angebote sollten auch außerhalb des Gebäudes stattfinden können. Und hier lockt ein tolles Außengelände, das Kinder selbst mit planen durften, natürlich ganz besonders nach draußen“, sagt Sabine Zehenter, die die Abteilung mit den 46 evangelischen Kitas leitet. Das Außengelände war dringend sanierungsbedürftig, einige Spielgeräte waren gesperrt. Nun ist alles neu durchdacht und gebaut: Ein Wasserlauf mit Matschecke, ein aus Robinie gefertigtes Klettergerüst, ein Balancierparcour, ein Wasserspiel mit Sonnensegel, eine Hütte mit Kiosk und Sandspielbereich, eine Bühne, ein Treffpunkt zum Balancieren und Chillen verteilen sich über die Fläche von rund 1.300 Quadratmetern. In einem separaten hinteren rund 200 Quadratmeter großen Bereich gibt es für die unter Dreijährigen unter anderem eine Spielhütte, Sandspielbereich mit Wasserbecken, eine Babynestschaukel und ausreichend Sonnensegel.

Planungsworkshop mit den Kindern: Klettern und Matschen steht ganz oben

Mit den Planungen ging es im September 2019 los, die Umbauarbeiten begannen im Spätjahr 2020 und waren im März 2021 abgeschlossen. Kern der Umgestaltung war die Einbeziehung der Kinder: Der Planungsworkshop mit den Kindern startete im Dezember 2019 gemeinsam mit der Holzbildhauerin Monika Graf von der ausführenden Werkstatt-Spielart-Heidelberg eG. „Wir sind mit den Kindern über das Gelände gelaufen und haben mit ihnen überlegt, was sie haben möchten und brauchen“, erläutert Monika Graf. Die Kinder waren sehr konkret: Klettern und Matschen stand ganz oben auf der Wunschliste sowie eine Hütte mit einem Kiosk. Diese Hütte hat einen mit Schnitzwerk geschmückten Motivzaun. Jedes der Vorschulkinder zeichnete dafür einen Entwurf und stellte ihn den anderen vor. Diese Entwürfe sollten die Kinder dann in einem weiteren Workshop selbst schnitzen. „Leider hat Corona das verunmöglicht“, erzählt Monika Graf, „deshalb habe dann ich die Entwürfe umgesetzt. Doch die Kinder haben sich riesig gefreut, als sie ihre Werke hier am Motivzaun sahen.“

Großartige Unterstützung für die Realisierung

„Für uns ist wirklich ein Traum wahr geworden“, sagt Renate Platz von der evangelischen Gemeinde Rheinau, zu der der Stadtteil Hochstätt mit dem ElKiZ Kieselgrund gehört. Sie engagiert sich seit vielen Jahren als Kirchenälteste, ist Mitglied der Stadtsynode, und hat das Projekt Außengelände Kieselgrund zu ihrem Ding gemacht. „Ich wollte dabei mithelfen, dieses Projekt für die Kinder hier im Stadtteil zu realisieren“. Unermüdlich zog sie los, um Unterstützer*innen zu finden. Denn die Finanzierungslücke von rund 50.000 Euro galt es zu schließen. „Mich hat begeistert, wie viele Menschen sich mit uns stark machen wollten für die Kinder“, sagt Renate Platz: Gemeinsam mit dem Preisgeld, dem städtischen Zuschuss, der rund 70 Prozent der Kosten abdeckt, sowie der Unterstützung durch Unternehmen und Stiftungen, zu denen auch Fundraiser Pfarrer Sebastian Carp Kontakt aufgenommen hatte, und den vielen Spender*innen gelang die Finanzierung des Projektes in Höhe von rund 150.000 Euro. „Wir sind sehr dankbar für dieses deutliche und sichtbare Zeichen, das wir hier für unsere Zukunft, für die Kinder setzen können“, freut sich Renate Platz.

Im evangelischen Eltern-Kind-Zentrum Kieselgrund im Stadtteil Hochstätt, der zwischen Rheinau und Seckenheim liegt, betreuen die 23 Mitarbeitenden 80 Kinder aus 25 Nationen. Für Kinder und Eltern gibt es Angebote, die die individuellen Bedürfnisse und sozialräumlichen Situationen besonders berücksichtigen. 2018 fand beispielsweise das Mitspracherecht der Kinder zusätzlichen Ausdruck in einer Kita-Verfassung. 2019 attestierte die Kita-Preis-Jury der Einrichtung eine zentrale Orientierung an den Bedürfnissen der Kinder und ihrer Rechte: „Die Einrichtung ist beispielhaft für eine lernende Organisation und strahlt trotz vielfältiger Herausforderungen eine professionelle Leichtigkeit aus“, so die Jury. Dieses Votum hat das Team mit der Neugestaltung des Außengeländes mit Leben gefüllt. (dv)

 

BU: (v.l.n.r.) Leiterin Claudia Hauschild, Kirchenälteste Renate Platz und Bildhauerin Monika Graf, Werkstatt Spielart, auf dem neuen Außengelände des evangelischen Eltern-Kind-Zentrums Kieselgrund im Stadtteil Hochstätt. Ermöglicht haben es viele Spender*innen. Foto: de Vos

 

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